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Vom Ladenlokal zum Onlineshop: Was sich im ersten Jahr wirklich ändert

Ein Onlineshop bringt neue Pflichten, neue Kosten und einen anderen Arbeitstag. Wer das vorher durchrechnet, erlebt im ersten Jahr weniger böse Überraschungen.

Von der Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Regale mit Versandkartons und ein Packtisch im Lager eines Onlinehändlers.
Regale mit Versandkartons und ein Packtisch im Lager eines Onlinehändlers.Bild: mit KI erstellt

Ein eigener Onlineshop klingt nach einem zweiten Laden, der nie schließt. Im Alltag ist er eher ein zweiter Betrieb mit eigenen Regeln. Er verlangt andere Arbeit, kostet auf andere Weise Geld und bringt Pflichten mit, die im Ladenlokal keine Rolle spielen.

Vor dem ersten Paket: die Pflichten

Sobald Sie online an Verbraucher verkaufen, gelten die Regeln für Fernabsatzverträge. Einige betreffen Sie vom ersten Tag an. Ihr Shop braucht ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Ihre Kunden können einen Kauf innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Darüber müssen Sie korrekt belehren. Ausnahmen gibt es, etwa für Ware, die Sie nach Kundenwunsch anfertigen. Außerdem verlangt das Gesetz im Shop eine gut sichtbare Widerrufsfunktion, beschriftet zum Beispiel mit „Vertrag widerrufen“.

Vor dem ersten Versand verpackter Ware müssen Sie sich im Verpackungsregister LUCID registrieren. Klären Sie dabei, welche weiteren Pflichten für Ihre Verpackungen gelten.

Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Fremde Rechtstexte zu kopieren ist riskant, denn sie passen nicht unbedingt zu Ihrem Angebot. Ein Anwalt sollte Ihren Shop vor dem Start durchsehen. Mit Ihrem Steuerberater besprechen Sie, was sich in der Buchhaltung ändert.

Der neue Arbeitstag: Packtisch statt Theke

Im Laden verkaufen Sie, solange die Tür offen ist. Online kommen Bestellungen auch nachts und am Sonntag. Am Morgen wartet dann ein Stapel Arbeit: Ware heraussuchen, prüfen, verpacken, Etikett drucken, Paket übergeben.

Rechnen Sie diese Zeit ehrlich ein. Nehmen wir an, eine Bestellung kostet Sie zehn Minuten vom Regal bis zur Übergabe. Bei 20 Bestellungen am Tag sind das mehr als drei Stunden. Diese Stunden fehlen im Laden, wenn niemand zusätzlich mithilft. Feste Packzeiten helfen, etwa einmal am Vormittag vor der Abholung durch den Paketdienst. Dann unterbrechen Bestellungen nicht ständig die Arbeit an der Theke.

Dazu kommen Aufgaben, die es vorher nicht gab. Jeder Artikel braucht Fotos, eine Beschreibung und einen aktuellen Bestand. Kundenfragen kommen per E-Mail statt an der Theke. Jede Rücksendung prüfen Sie, buchen sie und sortieren sie wieder ein.

Besonders heikel ist der Bestand. Verkaufen Sie dieselbe Ware im Laden und online, brauchen Sie eine gemeinsame Bestandsführung. Sonst verkaufen Sie das letzte Stück zweimal und müssen einem Kunden absagen.

Die Rechnung: Was eine Bestellung wirklich kostet

Im Laden bezahlen Sie Laufkundschaft mit der Miete, online jeden Besucher mit Werbung oder eigener Arbeit. Deshalb lohnt es sich, jede Bestellung einzeln durchzurechnen.

Eine Musterrechnung mit runden, angenommenen Werten: Eine Bestellung bringt 60 Euro Umsatz, netto ohne Umsatzsteuer. Die Ware kostet im Einkauf 30 Euro. Es bleiben 30 Euro Rohertrag. Davon gehen ab: 5 Euro Porto, 1 Euro Verpackung, 2 Euro Zahlungsgebühren und 10 Euro Werbung pro Bestellung. Übrig sind 12 Euro. Davon bezahlen Sie noch die zehn Minuten Arbeit, den Betrieb des Shops und die Rücksendungen.

Machen Sie diese Rechnung für Ihre wichtigsten Artikel. Bei günstiger Ware kann allein das Porto den Rohertrag aufzehren. Dann helfen ein Mindestbestellwert oder Versandkosten, die der Kunde trägt.

Im Laden bezahlen Sie Laufkundschaft mit der Miete, online jeden Besucher mit Werbung oder eigener Arbeit.

Rücksendungen verdienen einen eigenen Blick. Kommt ein Paket zurück, hatten Sie Arbeit und Versandkosten, aber am Ende keinen Umsatz. Prüfen Sie nach den ersten Monaten, welche Artikel besonders oft zurückkommen. Fragen Sie Ihre Kunden, warum sie zurückschicken. Eine Antwort ist freiwillig, zeigt Ihnen aber, ob Größe, Beschreibung oder Ware das Problem ist. Bessere Fotos, genaue Maße oder klare Größenangaben können die Zahl der Rücksendungen senken.

Was der Laden dem Shop voraushat

Ihr Ladenlokal ist für den Onlinehandel kein Ballast, sondern ein Vorteil. Kunden aus der Umgebung können online bestellen und die Ware im Laden abholen. Das spart Porto und bringt Menschen in Ihr Geschäft. Rücksendungen können sie direkt an der Theke abgeben. Und Sie bieten etwas, das ein reiner Versandhändler nicht hat: Beratung von Angesicht zu Angesicht. Umgekehrt erleichtert der Shop Ihren Stammkunden das Nachbestellen, etwa wenn sie weggezogen sind.

Prüfen Sie nach zwölf Monaten nüchtern, was der Shop gebracht hat. Rechnen Sie für Laden und Shop getrennt: Rohertrag minus direkte Kosten minus bewertete Arbeitszeit. Erst dann wissen Sie, ob der Shop Ihr Geschäft trägt oder Sie nur beschäftigt.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI.

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